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Flachdach Entwässerung: Gullys, Fallrohre, Gefälle und Überlauf

Flachdach Entwässerung: Gullys, Fallrohre, Gefälle und Überlauf

14 Min. Lesezeit

Die Flachdach Entwässerung ist das technische System, das unmittelbar darüber entscheidet, ob ein Dach jahrzehntelang hält oder schon nach wenigen Saisons undicht wird. Anders als ein Steildach leitet ein Flachdach das Wasser nicht von selbst ab – es muss geführt werden: Sie bilden das Gefälle aus, platzieren die Gullys (Abläufe) richtig, wählen Fallrohre mit ausreichendem Durchmesser und sehen einen Notüberlauf vor. In diesem Leitfaden erklären wir, wie man das Wasser fachgerecht vom Flachdach bekommt, wie Gullys und Fallrohre nach Dachfläche und Regenintensität dimensioniert werden und welche Entwässerungsfehler in einem mitteleuropäischen Klima am häufigsten zu teuren Undichtigkeiten führen.

In diesem Artikel geht es um das Abführen von Wasser vom Dach. Wenn Ihr Ziel das Gegenteil ist – Regenwasser zu sammeln und zur Bewässerung oder für den Haushalt zu nutzen – lesen Sie den separaten Artikel über das Regenwassersammelsystem. Hier konzentrieren wir uns darauf, das Wasser schnell, sicher und ohne Pfützenbildung vom Dach zu bekommen. Die übergreifenden Prinzipien von Flachdachaufbau und Gefälle finden Sie in unserem Leitfaden zum Flachdachaufbau.

Warum die Entwässerung wichtiger ist, als man denkt

Auf einem Flachdach hat das Wasser keinen Weg, von allein abzulaufen. Es bleibt auf der Abdichtung, bis Gefälle und Gullys es abführen. Ist das System schlecht geplant, steht das Wasser in Pfützen – und stehendes Wasser ist die häufigste Ursache für vorzeitiges Versagen der Abdichtung in einem kalten Frost-Tau-Klima. Im Sommer heizt es die Abdichtung auf, im Winter gefriert es und dehnt sich in den Nähten aus, bei Starkregen überlastet es zu klein dimensionierte Gullys und steigt über die Abdichtungs-Hochzüge an den Attiken.

Die Flachdach Entwässerung ist kein einzelnes Detail, sondern ein ganzes System: Das Gefälle leitet das Wasser zu den Sammelpunkten, die Gullys nehmen es auf, die Fallrohre führen es nach unten, und der Notüberlauf schützt das Dach, wenn der Hauptweg verstopft. All diese Elemente müssen zusammenspielen – ein guter Gully nützt nichts, wenn das Gefälle das Wasser nie zu ihm bringt.

Zwei Hauptvarianten: innenliegende vs. außenliegende (Attika-)Entwässerung

Die erste Planungsentscheidung lautet: Verlässt das Wasser das Dach innenliegend, über Gullys und Fallrohre im Gebäudeinneren, oder außenliegend, über Attikadurchführungen in äußere Rinnen und Fallrohre? Diese Wahl prägt die gesamte Logik des Systems.

Innenliegende Entwässerung

Die innenliegende Entwässerung nutzt in die Dachfläche eingelassene Gullys, deren Fallrohre im Gebäudeinneren (durch Schächte) verlaufen und an die Regenwasserkanalisation angeschlossen werden. Sie ist Standard bei großflächigen Gewerbe-, Industrie- und Mehrfamilienhausdächern. Vorteile: Die Fallrohre sind vor Frost geschützt (sie verlaufen in der beheizten Gebäudehülle), die Fassade bleibt sauber, das Wasser wird geordnet abgeführt. Nachteil: Jede Undichtigkeit am Gully landet im Gebäudeinneren, weshalb die Gully-Abdichtung hier besonders kritisch ist.

Außenliegende (Attika-)Entwässerung

Die außenliegende Entwässerung führt das Wasser durch Öffnungen in der Attikawand (sogenannte Speier oder Attikaabläufe) in äußere Rinnen und Fallrohre an der Fassade ab. Das ist eine einfachere und günstigere Lösung, verbreitet bei kleineren Wohn- und Nebengebäuden. Vorteil: Eine eventuelle Undichtigkeit zeigt sich außen statt innen. Nachteil: Außenliegende Fallrohre sind dem Frost stärker ausgesetzt – bei Tauwetter kann Wasser in Rinnen und Fallrohren gefrieren, weshalb im nördlichen Klima oft ein Heizkabel erforderlich ist.

In der Praxis werden beide Varianten oft kombiniert: Hauptentwässerung über innenliegende Gullys und ein Notüberlauf durch eine Attikaöffnung nach außen. Diese Kombination stellt sicher, dass selbst bei verstopftem Hauptweg das Wasser irgendwohin entweichen kann – und das zeigt sich sichtbar (Tropfen an der Fassade = Signal, die Gullys zu reinigen).

Gefälle – die Grundlage, ohne die kein Gully funktioniert

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Ein „Flach”dach ist nie wirklich flach. Wasser läuft nur ab, wenn die Abdichtungsfläche zu den Sammelpunkten hin geneigt ist. Das empfohlene Mindestgefälle in der Hauptfläche beträgt 2 % (≈1,1°), in den Kehlen (Rinnen zwischen den Gullys) mindestens 1 %. Das Gefälle wird mit Gefälledämmplatten, einem Leichtbeton-Estrich oder der Tragkonstruktion selbst ausgebildet. Die Gefälleausbildung behandeln wir ausführlicher im Artikel zum Flachdachaufbau.

Entscheidend ist, dass das Gefälle das Wasser zu den Gullys hin führt, nicht von ihnen weg. Die Gullys werden am tiefsten Punkt gesetzt, mit zusätzlichen kegelförmigen „Gegengefällen” rund um sie herum, damit das Wasser die Öffnung schneller erreicht. Nach der Verlegung führen Fachbetriebe eine Flutprüfung durch: Das Dach wird mit Wasser geflutet und beobachtet, ob alles innerhalb von 24–48 Stunden ohne Restpfützen abläuft. Dauerhafte Pfützen tiefer als 2–3 cm bedeuten ein schlecht ausgebildetes Gefälle.

Dachgullys (Abläufe) – das Herz des Systems

Ein Dachgully (Ablauf) ist das Bauteil, das Wasser aus der Dachfläche sammelt und in das Fallrohr leitet. Ein hochwertiger innenliegender Gully besteht aus einem Körper, einem Abdichtungs-Anschlussflansch (Manschette, an die die Dachbahn geschweißt oder aufgeflämmt wird), einem Laubfang (Aufsatzhaube) und – im kalten Klima – vorzugsweise einem Heizelement. Die wichtigsten Auswahlkriterien:

  • Durchmesser – nach Dachfläche und Regenintensität gewählt (siehe Tabelle unten).
  • Abdichtungsanschluss – eine integrierte Bitumen- oder PVC/TPO-Manschette, kompatibel mit Ihrer Abdichtung, damit die Verbindung fugenlos ist.
  • Beheizung – Gullys mit integriertem Heizkabel verhindern das Vereisen der Öffnung bei Wintertauwetter.
  • Laubfang – eine kuppelförmige Gitterhaube, die Laub und Schmutz vom Verstopfen der Öffnung abhält.

Die Anzahl der Gullys ist wichtiger als ihre Größe: Mehrere kleinere, gleichmäßig über das Dach verteilte Gullys sind besser als ein großer. Die allgemeine Regel: Jedes einzelne „Becken” (tiefste Zone) muss mindestens einen Hauptgully und mindestens einen Notüberlauf haben. Der maximal empfohlene Abstand zwischen den Gullys liegt bei etwa 15–20 m, damit das Wasser bei geringem Gefälle nicht zu weit fließen muss.

Dimensionierung von Gullys und Fallrohren nach Fläche und Regen

Die Entwässerungsleistung berechnet sich aus: Regenintensität (l/s pro m²) × Dachfläche = erforderlicher Abfluss (l/s). Zur Bemessung wird häufig eine Bemessungsregenspende von etwa 0,03 l/(s·m²) angesetzt (entspricht einem Starkregen von ~300 l/(s·ha)). Aus dem resultierenden Abfluss wählt man Gully-Durchmesser und Gully-Anzahl. Die folgende Tabelle gibt einen Anhalt, wie viel Dachfläche ein einzelner vertikaler Gully eines typischen Durchmessers bei ~2 % Gefälle und der genannten Regenspende „bedient”.

Gully- / FallrohrdurchmesserUngefährer Abfluss (l/s)Bediente Dachfläche (m²)*Typische Anwendung
Ø 50 mm~1,5bis ~50Kleiner Anbau, Garage, Balkon
Ø 75 mm~3,5bis ~120Wohnhaus, kleines Nebengebäude
Ø 100 mm~7bis ~230Mehrfamilienhaus, kleineres Gewerbedach
Ø 125 mm~12bis ~400Lagerhallen, Industriebauten
Ø 150 mm~18bis ~600Großflächige Logistik- und Handelsdächer

* Richtwerte bei ~0,03 l/(s·m²) Regenspende und freier (Schwerkraft-)Entwässerung. Die genaue Berechnung erfolgt in der Planung für den konkreten Standort, die Dachgeometrie und die Entwässerungsart. Bei Unterdruck-(Druckströmungs-)Systemen ist die Leistung pro Gully deutlich höher. Planen Sie stets eine Reserve ein: In der Praxis wird die Gully-Leistung mit einem Sicherheitsfaktor von 1,5–2 angesetzt, da reale Regenfälle den Bemessungswert übersteigen und Hauben teilweise mit Laub verstopfen.

Fallrohre – Wasser ohne Überlauf nach unten führen

Das Fallrohr (vertikales Rohr) führt das gesammelte Wasser vom Gully zur Regenwasserkanalisation oder nach außen. Die wichtigste Regel: Der Fallrohrdurchmesser darf nicht kleiner sein als die Gully-Öffnung, sonst entsteht ein „Flaschenhals”, und der Gully füllt sich schneller, als er ableiten kann. Waagerechte Strecken (wenn das Rohr unter dem Dach verläuft) werden mit Gefälle zum Auslass (mindestens 1 %) verlegt, und scharfe 90°-Bögen werden an den Knotenpunkten vermieden – zwei 45°-Bögen verringern den Widerstand und die Verstopfungsgefahr.

Für außenliegende Fallrohre im nördlichen Klima müssen Sie vorsehen: stabile Halterungen (abrutschender Schnee reißt sie leicht ab), genügend Abstand zur Wand gegen Eisbildung und – an Problemstellen – ein Heizkabel. Das untere Fallrohrende muss einen klaren Auslass haben: entweder in die Regenwasserkanalisation oder auf eine Sickerplatte / einen Sickerschacht, damit sich kein Wasser am Fundament staut.

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Notüberlauf – günstige Versicherung gegen die Katastrophe

Der Notüberlauf ist ein zweiter Wasserweg, der nur aktiv wird, wenn der Hauptgully verstopft oder bei Starkregen nicht schnell genug ableiten kann. Er wird in die Attikawand eingebaut, etwas oberhalb der Abdichtungsebene (in der Regel 30–60 mm über der Dachoberfläche), damit er nur im kritischen Fall wirkt. Erreicht das Wasser dieses Niveau, beginnt es an der Fassade zu tropfen – ein deutliches sichtbares Signal, dass der Hauptgully dringend gereinigt werden muss.

Warum ist das wichtig? Bei verstopftem Hauptgully kann sich Wasser auf einem Flachdach rasch aufstauen – schon wenige Zentimeter Wasser bedeuten Hunderte Kilogramm Zusatzlast pro Quadratmeter. Ohne Überlauf steigt diese Wasserschicht entweder über die Abdichtungs-Hochzüge an den Attiken (und läuft nach innen) oder überlastet die Konstruktion. Der Überlauf kostet wenig, schützt aber vor der Überflutung des gesamten Daches oder gar einem Konstruktionsversagen. Bei größeren Dächern ist er normativ vorgeschrieben.

Faustregel zur Last: 10 mm aufgestautes Wasser entsprechen rund 10 kg/m². Steht das Wasser erst einmal 50 mm hoch, lasten bereits etwa 50 kg/m² zusätzlich auf der Konstruktion – auf einem 300 m² großen Dach sind das rund 15 Tonnen. Genau deshalb ist der Notüberlauf keine Option, sondern ein Sicherheitsbauteil.

Beheizte Gullys und Frostschutz

Im kalten Frost-Tau-Klima sind Tauzyklen der Hauptfeind der Entwässerung. Tagsüber schmilzt Sonne oder Gebäudewärme den Schnee auf dem Dach, das Wasser läuft zum Gully, und nachts gefriert es am tiefsten und windigsten Punkt – die Öffnung vereist, das Schmelzwasser läuft nicht mehr ab und staut sich auf dem Dach. Die Lösung sind beheizte Gullys oder ein Heizkabel in der Gully-Öffnung und am oberen Fallrohrende. Die Beheizung wird meist über einen Thermostat mit Feuchtefühler gesteuert, damit sie nur bei Tauwetter (etwa −5…+5 °C) anspringt und keine Energie verschwendet.

Bei innenliegenden Gullys ist die Beheizung weniger kritisch (das Fallrohr verläuft im beheizten Gebäudeteil), aber Öffnung und Haube können dennoch vereisen. Bei außenliegenden und Attikagullys ist die Beheizung im nördlichen Klima praktisch unverzichtbar. Das gilt besonders für die Entwässerung begehbarer und Gründächer, bei denen Auflage und Bewuchs den Abfluss verlangsamen. Dasselbe gilt für Dächer mit Solaranlagen, bei denen Ballast und Modulreihen den Weg zu den Gullys nicht versperren dürfen.

Laubfänge, Hauben und Schmutzkontrolle

Die meisten Gullys verstopfen nicht wegen eines zu kleinen Durchmessers, sondern wegen Laub, Moos, Bauschutt und Ballast-(Kies-)Partikeln. Deshalb muss jeder Gully eine Schutzhaube (Laubfang) haben – eine Gitterabdeckung, die Wasser durchlässt, aber groben Schmutz zurückhält. Bei kies- oder plattenballastierten sowie Gründächern werden zusätzlich Gully-Kontrollschächte verwendet, um die Öffnung ohne Entfernen des Ballasts zu erreichen.

Wichtig ist, dass die Haube nicht zu niedrig ist: Liegt sie bündig auf der Abdichtung, verstopft Laub sie leicht. Die optimale Haube ist erhöht, mit ausreichender Durchlassfläche. Am unteren Fallrohrende (bei Anschluss an den Kanal) ist außerdem ein reinigbarer Schmutzfänger nützlich.

Die häufigsten Fehler bei der Flachdachentwässerung

In unserer Dachsanierungsarbeit sehen wir immer wieder dieselben Fehler. Die häufigsten sind:

  • Zu wenige Gullys oder zu kleiner Durchmesser. An einem Gully gespart – und beim ersten Starkregen „schwimmt” das Dach. Planen Sie immer mit Reserve.
  • Nicht ausgebildetes oder „Papier”-Gefälle. Das Wasser erreicht den Gully nie und steht in Pfützen. Ohne Flutprüfung sehen Sie das Problem erst, wenn die Abdichtung zu altern beginnt.
  • Kein Notüberlauf. Verstopft ein Gully, hat das Wasser keinen Ausweg und landet innen oder überlastet die Konstruktion.
  • Fallrohr enger als der Gully. Flaschenhals-Effekt – der Gully ist nominell groß, lässt aber real wenig durch.
  • Schlechte Abdichtungsmanschette am Gully. Das ist die häufigste Undichtigkeitsstelle bei der innenliegenden Entwässerung – die Verbindung zwischen Abdichtung und Gully muss fugenlos sein.
  • Keine Beheizung an kalten Stellen. Eine vereiste Öffnung im Winter = Wasser auf dem Dach = Undichtigkeiten beim Tauwetter.
  • Gullys in Attikaecken oder an Wänden. Dort lässt sich das Gefälle schwer von allen Seiten ausbilden; der Gully gehört in eine freie, tiefste Zone.

Die meisten dieser Probleme lassen sich bei einer Sanierung beheben. Die umfassende Dacherneuerung behandeln wir im Bereich Dachsanierung, die Mängelbeseitigung im Artikel zur Bitumendach-Reparatur.

Flachdach-Entwässerung installieren: 6 Schritte

  1. Entwässerungsschema planen

    Aus Dachfläche und Regenspende wird der erforderliche Abfluss berechnet; Anzahl, Durchmesser und Anordnung der Gullys werden gewählt, Notüberlauföffnungen vorgesehen.

  2. Gefälle zu den Gullys ausbilden

    Mit Gefälleplatten oder Estrich wird ein Gefälle von mindestens 2 % ausgebildet, mit zusätzlichen Gegengefällen rund um die Gullys, damit das Wasser die Öffnung schneller erreicht.

  3. Gullys und Überlauföffnungen montieren

    Gullys werden in den tiefsten Zonen gesetzt, Notüberlauföffnungen etwas oberhalb der Abdichtungsebene in die Attika eingebaut.

  4. Abdichtung an die Gullys anschließen

    Die Dachbahn wird dicht an die Gully-Manschette geschweißt oder aufgeflämmt – eine fugenlose, wasserdichte Verbindung, die über die Zuverlässigkeit entscheidet.

  5. Fallrohre und Beheizung installieren

    Fallrohre mit mindestens dem Gully-Durchmesser werden angeschlossen, in kalten Zonen ein Heizkabel mit Thermostat installiert.

  6. Flutprüfung und Haubenmontage

    Das Dach wird geflutet und auf Ablauf ohne Pfützen und Undichtigkeiten geprüft; Laubfänge (Hauben) werden aufgesetzt.

Wartung der Entwässerung – was und wie oft prüfen

Auch das beste System braucht Wartung. Der empfohlene Mindestplan: Gullys und Hauben mindestens zweimal jährlich reinigen – im Frühjahr (nach dem Winterschmutz) und im Herbst (nach dem Laubfall). Von Bäumen umgebene Gebäude müssen häufiger gereinigt werden. Bei der Inspektion wird geprüft: ob die Hauben sauber sind, ob sich nach Regen Pfützen bilden, ob die Gully-Manschette unbeschädigt ist und ob die Beheizung funktioniert. Im Winter sollten Sie nach Tauwetter sicherstellen, dass die Öffnungen nicht vereist sind.

Regelmäßige Wartung kostet wenig, aber eine durch einen verstopften Gully verursachte Undichtigkeit kann Dämmung und Innenausbau ruinieren – die Reparaturkosten sind ungleich höher. Die Preise behandeln wir ausführlicher im Artikel zu den Flachdachkosten.

Wann Sie Fachleute hinzuziehen sollten

Die Berechnung des Entwässerungsschemas, die Gefälleausbildung und der dichte Gully-Anschluss sind Arbeiten, bei denen ein Fehler teuer ist und sich nicht sofort zeigt. Eurokas plant und installiert Flachdach-Entwässerungssysteme in ganz Litauen und Europa – vom kleinen Wohnhaus bis zu großflächigen gewerblichen Flachdächern. Wir wählen Anzahl und Durchmesser der Gullys, bilden ein genaues Gefälle aus, installieren Notüberläufe und Beheizung und führen nach den Arbeiten eine Flutprüfung durch. Möchten Sie, dass Ihr Dach bei jedem Wetter zuverlässig entwässert? Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie und erstellen ein Angebot. Telefon +370 698 013 23, info@eurokas.lt. Wir gewähren bis zu 20 Jahre Garantie.

Häufige Fragen zur Flachdach Entwässerung

Das empfohlene Mindestgefälle in der Hauptfläche beträgt 2 % (etwa 1,1°), in den Kehlen zwischen den Gullys mindestens 1 %. Ohne echtes Gefälle steht das Wasser in Pfützen und beschleunigt die Alterung der Abdichtung. Das Gefälle muss das Wasser gezielt zu den Gullys führen.

Das hängt von Dachfläche, Regenintensität und Geometrie ab. Die allgemeine Regel: Jede tiefste Zone muss mindestens einen Hauptgully und mindestens einen Notüberlauf haben, der Abstand zwischen den Gullys sollte 15–20 m nicht überschreiten. Die genaue Anzahl wird in der Planung mit einer Leistungsreserve von 1,5–2 berechnet.

Die innenliegende Entwässerung nutzt in die Dachfläche eingelassene Gullys mit Fallrohren im Gebäudeinneren – geeignet für große und gewerbliche Dächer, die Fallrohre sind frostgeschützt. Die außenliegende (Attika-)Entwässerung lässt Wasser durch Attikaöffnungen in äußere Rinnen – einfacher und günstiger, aber anfälliger für Frost.

Der Notüberlauf ist ein zweiter Wasserweg, der nur aktiv wird, wenn der Hauptgully verstopft. Er wird etwas oberhalb der Abdichtungsebene in die Attika eingebaut. Ohne ihn lässt ein verstopfter Gully das Wasser auf dem Dach ansteigen, über die Hochzüge laufen und nach innen eindringen oder die Konstruktion überlasten.

Im nördlichen Klima – ja, besonders außenliegende und Attikagullys. Bei Wintertauwetter läuft das Schmelzwasser zum Gully und gefriert nachts in der Öffnung, die dadurch vereist. Ein Heizkabel mit Thermostat hält die Öffnung frei und sichert die Entwässerung ganzjährig.

Mindestens zweimal jährlich: im Frühjahr und im Herbst nach dem Laubfall. Stehen Bäume rund um das Dach, häufiger. Eine verstopfte Haube oder Öffnung ist die häufigste Undichtigkeitsursache, daher zahlt sich regelmäßige Wartung vielfach aus.

Nein. Bei der Entwässerung geht es darum, Wasser schnell vom Dach zu entfernen, damit es sich nicht ansammelt. Die Regenwassersammlung verfolgt das Gegenteil: Wasser sammeln, um es zur Bewässerung oder im Haushalt zu nutzen. Siehe unseren separaten Artikel zur Regenwassersammlung – beide Systeme lassen sich kombinieren.

Die häufigsten Ursachen sind ein nicht ausgebildetes oder unzureichendes Gefälle, eine durchhängende Konstruktion oder schlecht gewählte Gully-Positionen. Flache, vorübergehende Pfützen sind tolerierbar, dauerhafte tiefer als 2–3 cm weisen auf einen Entwässerungsmangel hin, den man bei einer Sanierung beheben sollte, damit die Lebensdauer der Abdichtung nicht verkürzt wird.

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